Die Vaterliebe Gottes

... weißt Du, dass Du ein geliebtes Kind bist?
Wer will schon gerne Kind sein?

Wollen wir nicht alle viel lieber Erwachsene sein? Wenn wir jung sind, dann sehnen wir uns danach, älter zu werden, aber wenn wir dann älter sind, dann schaun wir manchmal auch sehnsüchtig zurück in unsere Jugend.
Jung sein - ja bitte, aber Kind sein - nein danke.
Kinder - die sind doch unfrei, oder? Andere bestimmen vieles in ihrem Leben. Wenn sie ganz klein sind, können sie nichts von allein. Kinder wären ohne eine Mutter oder einen Vater dem Tode geweiht. Kinder werden gefüttert, gewickelt, angezogen, gebadet, versorgt. Werden sie größer, dann sind sie immer noch umsorgt. Die Eltern kümmern sich darum, dass Geld ins Haus kommt, dass die Familie ein Dach über dem Kopf hat, Kleidung da ist und was sonst zum Leben gebraucht wird. Kinder - sind eben Kinder. Kennen Kinder Sorgen? Wenn sie in gesunden Verhältnissen aufwachsen - NEIN!
Dennoch streben die meisten Menschen danach, endlich auf eigenen Füßen stehen zu können. Das Elternhaus wird als Einengung empfunden. Da sind Regeln, Begrenzungen, die wir schnell als störend empfinden. Wir wollen doch frei sein, unabhängig, lebendig, stark, selbst verantwortlich, was in unserem Leben geschieht. Eben erwachsen. Und ehe wir uns versehen, sind die Jahre vorbei, wo wir im Schutzraum der Eltern gelebt haben und wir erkennen plötzlich, wie wir in die Rolle derer gekommen sind, die selbst mitten im Leben stehen und vielleicht anderen Schutz bieten dürfen. Oder wir erleben plötzlich, wie schutzlos wir manchem ausgesetzt sind.
Als ich 18 Jahre alt wurde, war mein Vater auf einem längeren Auslandsaufenthalt. Damals schrieb er mir einen langen Brief, der mir unvergessen ist. Er entließ mich in das Leben. Er gab mich frei, aus der erzieherischen Obhut meiner Eltern aber er machte auch deutlich, dass nun andere kommen würden, die Forderungen an mich richten werden. Er machte deutlich, dass da, wo die Forderungen aus dem Elternhaus zurück gehen, andere aufstehen und von uns fordern. Die Lehrer, die Arbeitgeber, der Staat, der Partner oder die eigenen Kinder. Meine Eltern leben heute nicht mehr, aber sie haben eine wunderbare Grundlage in mein Leben gelegt. Ich durfte in der Obhut von liebevollen Eltern aufwachsen und in das Leben kommen.
Manchmal schaue ich sehnsüchtig zurück zu der Zeit, in der ich versorgt wurde und nicht Versorger sein musste.Ja, heute, im Rückblick, war ich gerne Kind. Schon damals habe ich Jesus in mein Leben aufgenommen, und damit als Geschenk angenommen, dass er für meine Sünde am Kreuz starb und anschließend auferstand. Ich erlebte die Befreiung von der Last meiner Schuld, ich lernte kennen, was es bedeutet, ohne Bedrückung durch das Leben gehen zu dürfen.
Dann kamen die Jahre als Erwachsener. Dabei war ich stets bemüht, mein Leben in der Balance zu halten. Ich habe alles getan, um beruflich voran zu kommen und zu ernten, was ich verdiente. Und ich hatte den Eindruck, mein Leben gut in Griff zu haben. Aber es kam eine Zeit, in der es Gott zugelassen hat, das meine Überzeugungen und mein Glaube an meine Kraft ins Wanken geriet. Gott nahm mir die scheinbare Sicherheit in beruflichen Dingen. Ich weiß, was es heißt, arbeitslos zu sein und sich als wertlos zu empfinden. Und dann kam eine Zeit, in der Schuld und Sünde in meinem Leben erneut anfing zu drücken.
Sünde, Versagen, Nöte, sind das nicht nur Themen für Nichtchristen, sollte das nicht der Vergangenheit angehören, wenn Du mit Jesus gehst? Hat man dann nicht gelernt Sünde zu vermeiden, dann sündigt man doch nicht mehr, oder? Und wenn Du Dich dann schuldbewußt in der Kirche oder Gemeinde umsiehst, dann hast Du sogar oft den Eindruck, dass sei die Wahrheit, den scheinbar hat niemand in Deiner Gemeinde Probleme, nur Du allein... Also sei lieber ruhig, keiner Deiner Glaubensgeschwister würde überhaupt verstehen, was Dich bewegt, geschweige denn Gott - ? So wirst Du isoliert und versuchst verkrampft dem zu gefallen, der Dich erlöst hat- der himmlische Vater in Jesus Christus.
Aber die Bibel lehrt uns eigentlich etwas anderes. Der Vater hat uns nie aus dem Blick verloren! Der Vater hat sich danach gesehnt, dass seine Kinder wieder mit IHM Gemeinschaft haben sollten. Mit IHM! Mit dem Vater, ohne trennende Schuld, ohne wenn und aber...
Aber was für ein Vaterbild habe ich eigentlich? Wovon ist mein Bild vom Vater geprägt? Häufig ist es doch die Erfahrung mit dem eigenen Vater oder Schwiegervater, die wir auf Gott übertragen. Vielleicht sind unsere Erfahrungen so negativ, dass wir uns scheuen, Gott als Vater zu begegnen. Und dann sehe ich auf mein Versagen und fürchte mich, damit auf IHN zuzugehen, weil er sicherlich zürnen wird.
Eigentlich lebe ich mehr wie ein Waisenkind statt wie ein Kind zu leben. Eigentlich meine ich, ich müsste selbst für mich sorgen, statt glauben zu können, dass der HERR, der Vater, für mich sorgen will. Aber Gott der Vater lädt uns ein zu einem Leben in Vertrauen. Bist Du Dir darüber im Klaren, dass diesem Vater nichts verborgen ist? Alles, was ich tat, ist für IHN nicht verborgen. Und er hat gewußt, dass wir niemals ohne Sünde sein werden, niemals, solange wir hier auf der Erde leben. Dafür starb Christus. Dafür gab ER seinen Sohn! Für Dich - für mich - unverdient, aus Gnade, wie es die Bibel nennt.
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